... und noch mehr tolles Wetter und nette Leute

Manchmal bin ich wirklich genervt von den Kindern, auch wenn sie meist ganz süß sind. Sie sind verwöhnt und Vicky hat mir gestern erzählt, dass es in Kanada wohl in den meisten Familien so ist, dass die Kinder die Könige sind. Wenn sie etwas haben wollen oder etwas nicht machen wollen, schreien sie und Judy gibt dann nach oder überredet sie, indem sie ihnen Süßigkeiten verspricht. Es ist auch nicht möglich, dass wenigstens Rachel, die immerhin 9 ist, ihren Teller nach dem Essen auf die Spülmaschine stellt. Judy ist nur am Hinterherräumen und ich fange an, Rachel vorsichtig darauf hinzuweisen, wenn sie sich etwas zu Essen macht, dass sie die leere Packung auch gerne in den Müll werfen darf. Kein Wunder, dass Judy morgens nichts isst und meist nicht einmal dazu kommt, ihren Kaffee auszutrinken... aber es sind nicht meine Kinder und ich mische mich nicht in deren Erziehung ein, aber trotzdem werde ihnen sicherlich nicht alles hinterhertragen. Also Anne, nimm dir ein Beispiel und mach es besser, damit Mama nicht immer so viel zu tun hat :-)
Nur so ein Gedanke, der mir heute durch den Kopf ging.

Leider gab es heute noch kein Fahrrad für mich, Besichtigungstermine sind erst morgen, aber dafür habe ich eine kleine Tour mit Judys Fahrrad gemacht und mal wieder etwas von der Gegend erkundet (Fotos gibt es natürlich auch, kommen später), bevor ich Rachel von der Schule abgeholt habe. Dann gab es für mich zum Mittag Pasta mit Ketchup und Parmesan und einen Joghurt in der Sonne... Es war wirklich mal wieder herrlich heute. Ein Glück für Stew und Ethan, die heute Fußballtraining hatten das letzte Mal draußen auf dem Platz, denn ab der nächsten Woche wird in der Halle gespielt.

Nach dem Fußball ich sage immer Football, weil Soccer nicht in meinen Kopf will, aber es wissen alle, was ich meine, denn Rachel lernt in der Schule, dass es Leute aus anderen Ländern gibt, die zu Soccer Football sagen – sind wir zu Judys Eltern gefahren, wo wir zum 40. Geburtstag ihres Bruders Tracy gemeinsam Rips, Kartoffelbrei und Rotkohl gegessen haben. Judys Mutter ist in Polen geboren, ihr Vater kommt jedoch ganz aus der Nähe von Hamburg, sie hat also auch Deutsch sprechen gelernt, ist aber ziemlich aus der Übung.

Als ich erzählt habe, dass ich zu Hause gelegentlich Klavier spiele, haben mich alle gebeten, etwas vorzuspielen und ich habe "Comptine d'un autre été" von Yann Tiersen gespielt und alle waren begeistert. Ich bin herzlich dazu eingeladen, immer wieder vorbeizuschauen und ein wenig zu spielen und Judys Vater wird für mich beten, dass ich einen Job finde. Eine sehr herzliche Familie!

 

Also, wir sind wieder zu Hause – ja, so kann man es durchaus nennen, solange ich hier bin , 22 Uhr, also gehe ich gleich ins Bett. Morgen werde ich wahrscheinlich nach Downtown fahren und endlich ein Fahrrad ansehen, welches ehemals ein deutsches Mädchen gefahren hat, die ihren Freund hier in Vancouver besucht hat, jetzt aber wieder abgereist ist. Lustiger Zufall, finde ich. Ich hoffe, dass es diesmal klappt.

Die Arbeitsagentur hat mir heute am Telefon gesagt, dass es im Moment keine Jobs für mich gibt, sie aber die Ohren offen halten und sich melden, sobald es etwas gibt. Morgen schreibe ich noch einer anderen Agentur und schaue vielleicht mal bei ein paar Unternehmen vorbei, je nachdem, wie viel ich schaffe. Außerdem steht Schwimmen auf dem Plan, wenn das Wetter nicht zu gut ist. Und dann auch nur, wenn meine Schulter mitmacht, die tut nämlich den ganzen Tag schon weh. Hoffentlich muss ich nicht zum Arzt.

 

Nun gehe ich aber erst mal schlafen. Bis bald!

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