In kurzen Hosen auf dem Fahrrad Richtung Sonnenuntergang

Manchmal kommt es einem doch tatsächlich so vor, als wollten die Leute ihre Fahrräder gar nicht wirklich verkaufen. Jedenfalls hat sich er Typ mit der deutschen Freundin, deren Fahrrad zu verkaufen ist, nicht mehr gemeldet, wann ich heute wohin kommen soll. Aber morgen ist auch noch ein Tag, vielleicht ist das auch Teil der kanadischen Einstellung. "Komm ich heut‘ nicht, komm ich morgen".

 

Eigentlich ist heute nach dem Aufstehen nicht so viel passiert. Ich habe getrödelt, ein paar Lebensläufe verschickt und nach weiteren Jobangeboten gesucht, dann kam Judy vom Arzt nach Hause, dann sind wir kurz in die Mall gefahren, weil Judy eine Jeans für ihre "Reunion" (20. Jahrgangsjubiläum) brauchte, haben Rachel von der Schule abgeholt, dann habe ich meine Mails gecheckt, immer noch nicht bekommen, und bin gegen 5 Uhr mit dem Fahrrad von Judy losgezogen, um eine kleine Fahrradtour zu machen, die sich auf mehr als zweieinhalb Stunden ausgedehnt hat.

Mount Baker
Mount Baker

Ich bin einfach drauf los gefahren, ohne wirkliches Ziel, ohne Karte, aber mit etwas gesundem Orientierungssinn, und habe nach einem schönen Platz für den Sonnenuntergang gesucht, den ich haber noch nicht gefunden habe, jedoch gab es einige Stellen, an denen man einen Blick auf das lichtdurchflutete Tal und die Brücken über den Fraser River erhaschen konnte. Ich konnte sogar den Mount Baker sehen, welcher sich im US-Staat Washington befindet. Im Dunkeln habe ich dann den Weg nach Hause gefunden.

 

Alles in allem ein gelungener Tag und ich bin wie jeden Abend erschöpft. Morgen gibt es hoffentlich endlich ein Fahrrad (bitte, bitte!)  und mal sehen, was der Tag noch so bringt.