Ein Tag voll Nichts

Heute war wirklich defenitiv absolut überhaupt gar nichts los. Ich bin um 7.15 aufgestanden, viel zu früh, habe Müsli gegessen und mich wieder ins Bett gelümmelt bzw. versucht zu lesen und bin dabei immer wieder eingenickt, bis um 9 Uhr die Raumpflegerin kam, dann habe ich eine weitere Stunde gesnoozed (zu Deutsch gedöst) und habe auch danach eigentlich nichts gemacht außer die Fotos von gestern zu sortieren und zu bearbeiten, um sie später schließlich hochzuladen. Ich habe stundenlang mit meiner besseren Hälfte telefoniert, Leuten aus dem Gesichtbuch geschrieben, Landkarten angeguckt, im Internet recherchiert, rumgedödelt ...

Irgendwann kam Judy nach Hause, dann habe ich mich mit ihr unterhalten und schließlich das Abendessen gemacht, weil Judy los musst, um zuerst Stewart abzuholen und dann zum Friseur zu fahren (für 3 Stunden), denn am Wochenende ist das Jahrgangstreffen und wer will da nicht super gut und jung aussehen ;-)

 

Ich habe mich etwas mit Stewart unterhalten und er hat mir von seiner Arbeit im Energiekonzern erzählt. In British Columbia wird der größte Teil an Energie in Wasserkraftwerken produziert und sobald eine Firma plant, in den Territorien der Ureinwohner ("Indianer") Anlagen zu bauen oder bereits bestehende Anlagen zu modifizieren, werden Verhandlungen mit den betroffenen Stämmen aufgenommen. Das war bis vor ein paar Wochen mitunter Stews Aufgabe. Es besteht in British Columbia oder vielleicht auch in ganz Kanada eine Regelung, wenn die Firma mit dem Einverständnis der Aboriginies arbeitet, dass diese dann dafür steuerliche Vorteile erhält und den Aboriginies wiederum werden z.B. Arbeitsverträge für die Anlagen o.ä. zugesichert. Das klingt ganz spannend, finde ich.

Stew sitzt neuerdings im Management dieser Abteilung bei der Firma Hydro und behandelt die Umsetzung der mit den Ureinwohnern abgeschlossenen Verträge, soweit ich das richtig verstanden habe. Das klingt nach einem spannenden Job, finde ich, wenn man betrachtet, was für unterschiedliche Kulturen dort aufeinandertreffen, auch wenn die Ureinwohner lange nicht mehr so stark nach ihren Traditionen ausgerichtet sind, wobei es auch dort Unterschiede zwischen den einzelnen Stämmen gibt. Stew sagte, dass seit einigen Jahren eine Veränderung vorgeht, bei der sich vor allem junge Menschen von den überlieferten Traditionen absetzen und sich der der "modernen" Welt zuwenden. Spannend, mal sehen, was ich in meiner Zeit hier noch so aus erster Hand erfahre :-)

 

Mehr gab es nicht heute. Kein Job, kein Fahrrad, keine Ausflüge, kein Sport, keine neuen Leute, rien... Aber morgen ist ja auch noch ein Tag : ) Bis dann!