Shoppen und Burger statt Arbeit und Langeweile

Heute habe ich mir frecherweise mal wieder frei genommen. Ich habe zu wenig geschlafen und heute Morgen dann natürlich meinen Wecker ausgemacht ohne aufzustehen und dann keine Lust gehabt, mich innerhalb von 20 Minuten zu duschen und fertig zu machen und wahrscheinlich ohne Frühstück aus dem Haus zu gehen. Stattdessen habe ich mich umgedreht, gelesen und bin ohne Frühstück im Bett geblieben, bis Judy mich um 9.30 Uhr gefragt hat, ob ich mit ihr shoppen gehen will, also habe ich mich innerhalb von 20 Minuten geduscht und fertig gemacht und wir sind in die nächste Mall gefahren. Man braucht nur die richtige Motivation ;)

 

Jetzt bin ich stolze Besitzerin einer schicken Wintermütze für den kommenden kalten Winter (wenn man den Wetterprognosen glaubt), zwei kuschelig warmen Pullis und zweier T-Shirts mit Ahornblatt und "Canada"-Beschriftung.

 

Die vergangene Woche habe ich im Lagerhaus ausgeholfen, die Produkte in Regale geräumt, die staubigsten nach oben, wo sie vor dem Umzug bereits waren, die anderen, nach Produktnummern sortiert, nach unten. Meistens habe ich mit Alex, dem Sohn von Carmen, zusammengearbeitet. Ansonsten arbeiten im Warenlager nur noch Vincent und die letzte Woche ein paar Männer, die die Regale zusammengebaut und im Boden festgeschraubt haben. Ich bin also auf meiner riesigen Leiter durch die Gegend gerollert und habe die Produkte wegsortiert, habe Palletten rumgeschoben und Löcher in die Luft gestarrt.

Leider habe ich auch das gute Wetter draußen verpasst, dafür aber am Mittwoch und Donnerstag auf dem Weg zur Arbeit wunderschöne Sonnenauf- und Untergänge gesehen. Am Donnerstag auf dem Weg Berg hinunter hatte ich einen tollen Blick und es verschlägt einem wirklich den Atem. Es war noch halb dunkel, die Sonne ging am Horizont hinter den Bergen rot und golden auf, die schmale Sichel des abnehmenden Mondes darin schimmernd, die Wolken haben geleuchtet, die Wolkenkratzer waren noch erleuchtet und alles spiegelte sich in dem Wasser des Fraser River. Ich kann es gar nicht beschreiben, es war wunderschön. Leider saß ich im Auto und konnte nicht einfach irgendwo ruhig sitzen und staunen... Aber vielleicht ergibt es sich ja mal, dass ich am Wochenende früh genug aus dem Bett komme, um mit dem Fahrrad zu einer schönen Stelle zu fahren und den Sonnenaufgang zu bewundern.

 

Gestern habe ich abgesprochen, dass ich bald auf Teilzeitbasis, also drei Tage pro Woche arbeiten kann. Unsere Personalleiterin hatte das sowieso vorschlagen wollen, weil sie meine Hilfe bald nicht mehr so viel brauchen werden, also sind alle glücklich damit :) Und ich kann mir endlich ein langes Wochenende gönnen und vielleicht fahre ich dann auch mal für ein paar Tage weg. Ich kann mir auch aussuchen, welche Tage ich frei haben will, muss natürlich nur rechtzeitig Bescheid sagen, aber dann kann ich mir auch Donnerstag/Freitag freinehmen und Montag/Dienstag der nächsten Woche und bin für 6 Tage unterwegs oder so. Das klingt sehr nach dem, was ich möchte, und verspricht nur Gutes und viele neue Erfahrungen und Bekanntschaften, wenn ich mehr unterwegs bin.

 

Heute Abend habe ich mich mit Inès, Coralie und Bénédicte getroffen, drei der französischen Mädels vom Halloween-Wochenende, und wir haben downtown in einer Bar Monster-Burger mit Pommes gegessen und sind danach bei Bénédicte gelandet, haben entspannt und jetzt übernachte ich hier, weil der letzte Bus natürlich mal wieder abgefahren ist... Aber halb so wild. Béné ist wirklich nett und der Abend war lustig, voll von Mädelsgeschichten. Gleich suche ich mir in der kleinen Wohnung, in der noch drei andere wohnen, einen Schlafplatz - die Couch ist leider schon belegt und Bénés Zimmer ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Besenkammer. Ein kleines Einzelbett und ein schmales Regal finden darin Platz, das ist auch schon alles; und ein Fenster gibt es natürlich auch nicht. Und es kostet 600$ warm im Monat, nicht wenig, aber die Lage muss man eben auch bezahlen, und die ist einfach klasse.

 

Morgen gehen wir in die Art Gallery um die Ecke und danach ins riesige Aquarium in Stanley Park. Danach geht's nach Hause und nachsehen, wie viel die Tickets für das Hockeyspiel der Canucks am Abend in Vancouver kosten. Wenn man schon mal in der Heimat des Hockeys ist, sollte man sich doch wenigstens auch ein Spiel angesehen haben, oder?

 

 

So, ich beginne jetzt die Suche nach einem Schlafplatz, ansonsten muss eben der Boden herhalten. Ich werd's schon überleben. Eins nehme ich auf jeden Fall von meiner jetzigen Wohnsituation mit: Ich werde niemals auf dem Dorf leben oder im Vorort einer Großstadt, wo man abends ohne Auto nicht mehr hinkommt. Und auch nicht eine halbe Autostunde von der Arbeit entfernt, denn so ist mein schönes neues Fahrrad noch gar nicht richtig zum Einsatz gekommen.

 

Ich wüsche euch allen noch einen schönen Tag und lasse bald wieder von mir hören. Viele liebe Grüße,

Kirsche

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