Vancouver Art Gallery und Go Canucks Go

Bénédicte und ich haben uns gestern Nacht in ihrem Einzelbett in ihrem "Schrank" zusammengekuschelt, aber das war in Ordnung. Heute Morgen kam ich gerade in Unterhose aus dem Badezimmer, da stand Aurélie, die heute neu in der WG eingezogen ist, mit zwei Freunden und einigen Koffern. Ich war etwas überrascht und musste ihr erklären, dass ich selbst nicht dort wohne und der Kerl auf der Couch auch nicht und dass in dem Zimmer, was sie sich in Zukunft mit einer Koreanerin teilt, noch ein anderes Mädchen ist, das über Nacht dort geschlafen hat. Muss ja einen tollen Eindruck gemacht haben.

Béné und ich sind aufs Dach von ihrem 25-stöckigen Appartmenthaus gegangen, wo ich die tolle Aussicht bestaunt habe. Es gibt dort auf dem Dach außerdem noch einen Swimmingpool, einen Whirlpool und eine Grünfläche mit Sitzgelegenheiten und im Innenbereich kann man den Fittnessbereich benutzen. Kein Wunder, dass man da so viel zahlen muss :) Und Béné hat mich auch schon zum Sonnenuntergang-Bestaunen eingeladen. Das hat sicher Klasse!

Danach waren wir frühstücken und ich habe mich mit Inès und drei Österreicherinnen in der Vancouver Art Gallery, in der verschiedene Ausstellungen waren. Unter anderem eine Photoausstellung von Robert Adams, "The Place we live", die sich durch viele beeindruckende Photos von z.B. gerodeten Wäldern mit der Zerstörung der Umwelt zugunsten der Stadtentwicklung beschäftigt, und die Ausstellung "Waste not", die sich mit der Lebensphilosophie einer ganzen Generation in China beschäftigt, die zur Zeiten der Kulturrevolution mit Armut und ständiger Knappheit an Waren gelebt hat. Die Mutter des Künstlers war Teil dieser Generation und hat alles gesammelt, was eigentlich Müll ist; aus Angst, dass man es irgendwann zu irgendeinem Zwecke brauchen könnte, hat sie es aufgehoben. Der Künstler erzählt seine persönliche Lebensgeschichte, vom Tod seines Vaters, und wie er mit der Ausstellung seiner Mutter helfen möchte, wieder Fuß zu fassen, indem er den über die Jahre angesammelten Gegenständen letztendlich doch einen Sinn gibt, nämlich jenen, ausgestellt zu werden. Die Räume waren voll von kaputten Stühlen, Fensterrahmen, Tüten, Stofffetzen, Pappkartons, Löffel, Schlüssel, bestimmt 300 Plastikflaschen, usw. Das war eindrucksvoll und irgendwie berührend.

 

Ins Aquarium sind wir danach nicht mehr gegangen, weil die Zeit nicht mehr gereicht hätte, aber wir haben nett Kaffee getrunken und unsere Mädelsgespräche ausgeweitet und gegen 16.30 Uhr bin ich mit den Österreicherinnen, die noch ein Stück weiter draußen wohnen als ich, nach Hause gefahren. Auf der Anzeige der Busse, wo auch die Nummer und das Ziel gezeigt werden, wurde im Wechsel "Go Canucks go" eingeblendet, um das Eishockeyteam, die Canucks, für heute Abend anzufeuern. Das Spiel habe ich mir im Fernsehen angesehen, weil ich zu spät zu Hause war, um noch zum Stadium zu fahren. Es war spannend, brutal, schnell und das Vancouver Team hat natürlich gewonnen :)

 

Danach habe ich noch weiter fern gesehen und gehe jetzt (00:40 Uhr) nach einem tollen Tag mit so vielen netten Leuten und interessanten Gesprächen in drei verschiedenen Sprachen teilweise untereinander gemischt zufrieden und müde ins Bett.

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