11 Tage noch

Die Tage ziehen ins Land, viel Zeit verstreicht, ohne dass ich davon wirklich Notiz nehme (abgesehen vom Kalender, der mich daran erinnert), und Weihnachten rückt stündlich näher. Unsere Lichter draußen hängen seit einer Woche und seit gestern steht der Weihnachtsbaum, geschmückt und angenehm duftend. Abgesehen davon und den zusätzlichen Isolierschichten auf meinen Hüften ist von Weihnachten bei mir noch nicht viel angekommen.

Ich mache jeden Morgen meinen Adventskalender von Anne auf und freue mich über die kleinen Bildchen, aber viel Tradition von zu Hause fehlt mir, die Ruhe, die hier aufgrund der Kinder kaum zustande kommt, die Adventskerzen, die es hier nicht gibt, die Freunde, Familie, Glühweintrinken, Lübecker Weihnachtsmarkt, ...

mein erster Weihnachts-Strumpf über einem echten elektrischen Kamin
mein erster Weihnachts-Strumpf über einem echten elektrischen Kamin

Dafür habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Strumpf am Kamin hängen. Dafür musste der Strumpf herhalten, den mir der Nikolaus geschickt hat, und der mich komischerweise an meine Kindheit erinnert, als hätte ich den da schon einmal bekommen :) Rachel und ich haben ihn dann mit meinem Namen versehen und jetzt kann ich mit den anderen schon gut mithalten, was diese nordamerikanische Tradition angeht.

Den Weihnachtsbaum haben wir am Sonntag geschmückt mit einer Lichterkette und vielen verschiedenen Ornamenten, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben. Stews Eltern schenken den Kindern jedes Jahr zu Weihnachten ein neues, Bären, Nussknacker, Schneemänner, ... Und zum Schluss kam der Stern an die Spitze und wir haben Eggnog (Ei mit Milch oder Sahne, amerikanisch) mit und ohne Rum getrunken und nebenbei "White Christmas", einen aus den 50ern von Videokassette gesehen.

 

Am Wochenende habe ich viel auf die Kinder aufgepasst, am Freitag beide ins Bett gebracht, während Steward und Judy ausgegangen sind und auch erst um 3.30 Uhr morgens nach Hause kamen. Am Samstag bin ich in die Stadt gefahren, war mit Béné, Claire und einem ihre Freunde, Mehdi, ebenfalls Franzose, in Gastown, dem Stadtviertel, wo die berühmte Dampfuhr steht. Dort hat Bénédicte, die bald abreist, jede Menge Souvenirs gekauft. Ich werde wohl auch ein bisschen Geld da lassen, bevor ich nach Hause komme...

Abends haben wir uns mit anderen getroffen und sind in einen irischen Pub gegangen, haben dort ein Bier getrunken, waren aber nicht sonderlich begeistert, also sind wir in eine andere Bar gegangen, wo gute Musik lief, und haben Billard gespielt. Das habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht und hatte Spaß daran und war auch überrascht, dass ich es einigermaßen kann.

Geschlafen habe ich bei Claire auf der Couch und bin Sonntagmorgen wieder nach Coquitlam gefahren, um wieder auf die Kinder aufzupassen. Ich hatte mit Ethan viel Spaß, habe mit ihm auf dem Sofa getobt und mit ihm eine Feuerwehrstation zusammengebaut und damit gespielt.

 

Die Arbeit ist zurzeit ein wenig abwechslungsreicher. Ich arbeite ziemlich eigenständig an der Säuberung der Medizinproduke, darunter Sauerstoffmasken, die zunächst gespült, dann pasteurisiert und abschließend für 10 Stunden in eine Trockenkammer gelegt werden. Dann werden sie eingepackt, die Tüten versiegelt und in Kisten wieder versandt. Das Zusammensetzen der Masken macht eigentlich am meisten Spaß, ich mag puzzeln, ansonsten ist das Beste daran, dass ich eigenständig etwas mache und nicht ganz so stark wie sonst das Gefühl habe, dass ich immer das Gleiche mache und nicht vorankomme.

 

Die nächsten Tage muss ich mich endlich an meine Weihnachtsplanung machen, nach einer Wohnung in Downtown für Januar oder Februar suchen und eine Liste mit Dingen machen, die ich hier sehen möchte. Das Reisen muss ja auch sorgfältig geplant sein.

 

Jetzt muss ich schlafen, es ist schon wieder viel zu spät und ich habe nicht einmal am Wochenende den Schlaf der vergangenen Woche nachholen können.

 

Einen schönen dritten Advent nachträglich an alle und eine besinnliche Weihnachtszeit :)

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