Die Zeit rennt...

Lange, lange ist es her, dass ich das letzte Mal geschrieben habe. Dazwischen liegen wenig Schlaf und 22 Weihnachtskarten, ein anstrengender Besuch des Post Offices und ein nettes Wochenende.

 

Die Woche war normal. Ich habe gearbeitet, wieder viele Atemmasken gereinigt und viele Dokumente wegsortiert. Vier Tage die Woche. Am Mittwoch hatte ich frei und habe Natalie zu mir eingeladen, die ich bei einer Feier bei Claire (einer der Französinnen von Halloween) kennen gelernt hatte. Sie war neugierig, wie ich wohne und auf die Familie. Wir haben uns in einer Mall ein Weihnachtskonzert von Rachel und ihrem Chor angesehen und danach bei uns Kaffee getrunken und Natalie und ich haben ein bisschen geschnackt.

Abends habe ich mich um die Postkarten gekümmert und am Donnerstag angefangen, sie zu beschreiben.

Am Freitagabend war ich bei Bénédicte, wo wir einen Film gesehen haben, und habe anschließend bei Claire übernachtet, mich am Samstagmorgen mit Bénédicte zum Frühstück wiedergefunden, ein paar Sachen besorgt, und bin wieder nach Hause gefahren.

Samstagabend hat unsere Firmen-Weihnachtsfeier stattgefunden. Ich habe mich also schick gemacht und mir unbequeme Schuhe angezogen, die ich schon bei der Ankunft gegen Ballarina getauscht habe. Um vorzubeugen, dass Leute betrunken Auto fahren, hat die Firma die Taxifahrt zum und vom Golfclub, in dem wir einen Raum gemietet hatten, gesponsort.

Da Getränke und alles frei waren, haben alle einigermaßen viel getrunken und hatten jede Menge Spaß, ich habe mich mal auf einer anderen Ebene mit den Kollegen unterhalten und fand das sehr amüsant. Ich bin gespannt, wie ich ihnen morgen begegne beziehungsweise sie mir.

Nach der Feier bin ich nach Downtown gefahren, um im sogenannten "Keller" mit Bénédicte, Claire, Clives (einem Schweizer von der Rockies-Tour) und ein paar anderen Freunden zu feiern. Eigentlich war ich wegen Inès gekommen, weil sie heute, am Montag, nach Hause fliegt, aber sie war krank. Trotzdem haben wir ordentlich gefeiert, bis um drei Uhr morgens die Lichter angingen, haben uns anschließend bei Burger King den Bauch vollgeschlagen und sind gegen 5:00 Uhr bei Bénédicte gelandet. Um 5:30 Uhr bin ich wieder losgegangen, um den Bus zu nehmen, der mich nach Hause bringt, damit ich auf Ethan aufpassen kann. Zwei Stunden und zwei Mal umsteigen hat mich die Fahrt gekostet und zu Hause habe ich festgestellt, dass Ethan krank ist und Judy hier bleibt, während Stewart und Rachel zum Skiunterricht gefahren sind, habe mich ins Bett gelegt und sieben Stunden geschlafen. Die hatte ich auch bitter nötig, denn aufgrund des vielen Kartenschreibens hatte ich die Nächte zuvor nur 4-5 Stunden Schlaf bekommen.

 

Heute hatte ich frei, um mit Stewart und Rachel auf den Mount Seymour, einen nahe gelegenen Berg zu fahren, wo Rachel den Skiunterricht bekommt und ich mit Vicky, dem Au Pair Mädchen aus der Siedlung, mit Schneeschuhen gewandert bin. Das war an sich nicht sonderlich ereignisreich, wie Wandern, nur dass man klobige Schuhe unter den Füßen hat, nicht rutscht und es klingt als trüge man Flipflops im Winter was ich, wie ihr vielleicht auf den Photos gesehen habt, auch schon gemacht habe.

 

Und heute habe ich endlich mein Paket zur Post gebracht und hoffe, dass es dieses Jahr noch ankommt. Dann werden nämlich die darin enthaltenen Postkarten verteilt werden. Der Besuch im Post Office war insofern anstrengend, da man einige Sachen nicht verschicken darf und man genau auflisten muss, was im Paket enthalten ist. Dabei habe ich ein wenig geschummelt, damit der Gesamtwert unter 30$ bleibt, denn darüber muss man Gebühren abdrücken.

 

 

Morgen haben wir auf der Arbeit unseren Weihnachts-Potluck (eine Veranstaltung, zu der jeder Teilnehmer etwas zu Essen oder zu Trinken mitbringt), wofür ich eigens das berühmte Berliner Brot meiner Oma gebacken habe. Ich habe sogar original deutschen Grafschafter Goldsaft Zuckerrübensirup verwendet und bin gespannt, ob das Resultat gut ankommt.

 

Jetzt gehe ich schlafen, auch wenn es mit knapp 23 Uhr verhältnismäßig früh ist. Euch allen wünsche ich noch eine schöne Weihnachtszeit und viel Erfolg für alle, die noch Last-Minute-Geschenke besorgen müssen :) Ich habe wenigstens eine Ausrede, warum ich damit spät dran bin. Die Zeit rennt mal wieder und Weihnachten ist doch jedes Jahr eine große Überraschung, wenn es so plötzlich vor der Tür steht.

Mein zu Hause fehlt mir zurzeit sehr... Und wir haben nicht einmal Schnee. Nix Kanada ist so kalt, so viel Schnee, bla bla. Alles grün, über Null.

 

Gute Nacht und bis bald!

Kirstin

 

An die Zeitverschiebung werde ich mich wohl übrigens nie gewöhnen. Ich schaue jetzt oft Tagesschau um 11 Uhr oder später aus dem Archiv und sehe mir die dauernden Berichte über Flugausfälle, Schneechaos etc. an. Und der Wetterbericht am Ende ist sehr einseitig, aber das ist er hier auch, nur dass wir anstelle von Schnee Regen haben. Es ist jedenfalls immer noch komisch, gute Nacht zu sagen, weil ich ins Bett gehe, aber zu wissen, dass ihr gerade euren Tag beginnt.

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