Weihnachten in Kanada

Ich hoffe, ihr hattet schöne Weihnachten und habt die Zeit genossen. So habe ich die Feiertage verbracht:

Am 25. bin ich um 7:30 Uhr mit der Familie aufgestanden und die Kinder haben angefangen, ihre Strümpfe vom Kamin auszupacken, wozu es Christstollen gab ja, den gibt es hier. Ich hatte von Diane (meiner Arbeitskollegin, mit der ich die Lachswanderung gesehen habe) einen Strumpf bekommen, gefüllt mit einem Schal, einem kleinen Schneemann für den Tannenbaum, Ohrringen, Schokolade und Bodylotion. Über die Karte habe ich mich besonders gefreut: "To Kirstin, I know it's tough being so far from your family, especially this time of year. As tough as it is, you are creating incredible and long lasting memories, experiences you will never forget and friendships around the globe. You are one very strong and brave lady to be doing what you are doing at your age. I have nothing but respect for you! Enjoy you 'stocking'. Merry Christmas! Love, Diana, Jesse & Cole" Jesse und Cole sind ihre beiden Söhne. Das war sehr aufmerksam von ihr und ich habe sie wirklich ins Herz geschlossen. Damit hätte ich eigentlich gar nicht gerechnet, aber umso schöner ist es doch :)

Danach haben alle der Reihe nach Päckchen ausgepackt. Für mich gab es mehr Bodylotion, Seife, Shampoo, ein mundgeblasenes Glasglöckchen, eine Kerze, Wandersocken mit Marzipanherzen gefüllt (von zu Hause, na klar) und von Judy und Stew ein Halstuch, Seife (was auch sonst), einen Weihnachtsbaumanhänger mit Ahornblatt, der mich an meine Zeit hier erinnern soll, Ohrringe und Marzipanbrot. Auch sehr lieb.

 

Was mir insgesamt aufgefallen ist, war, dass es eher üblich ist, viele kleine Geschenke zu schenken, und dass die Kinder im Vergleich zu dem, was ich gewohnt bin, sehr viel bekommen. Der vierjährige Ethan hat etliche Autos, Trucks, etc. bekommen und Rachel einen iPod touch neben vielen Kleinigkeiten. Was mir gut gefallen hat, war die Tradition der Familie, dass die Kinder von den Großeltern väterlicherseits jedes Jahr ein Ornament erhalten Teddybären, Nussknacker, Sterne, etc.

 

Nach einem leckeren Frühstück mit Lebkuchenwaffeln mit Sirup, Sahne und Obst und Würstchen (die man auch mit Sirup isst, was gut schmeckt) haben wir einen faulen Tag verbracht, bis wir wie immer verspätet zu Judys Eltern aufgebrochen sind. Dort haben wir mit den Großeltern, dem Großonkel, Judys Bruder und dessen Kindern ein leckeres Weihnachtsessen genossen. Natürlich gab es viel zu viel: Truthahn, Schweineschwarte und eine Weihnachtsgans mit etlichen Beilagen. Wir haben gut gegessen und viel geredet. Die gesamte Familie ist sehr herzlich und liebevoll.

Später gab es auch dort Bescherung und ich habe wieder ein bisschen Klavier gespielt. Was ich diese Weihnachten leider verpasst habe war der Gottesdienst. Ich habe nicht mehr daran gedacht, aber ich bin von Judys Eltern aus, die jeden Sonntag gehen, immer herzlich eingeladen, mitzukommen.

 

Am Sonntag war "Boxing Day", an dem alle Geschäfte durch Reduzierungen Käufer anlocken, ich aber bin faul im Bett geblieben bis nachmittags und habe nichts gemacht außer abends mit meiner Arbeitskollegin Debbie, ihrer Schwester und einem weiteren Arbeitskollegen in eine Countrybar zu gehen. Das war ganz nett, abgesehen von einem 35- bis 40-Jährigen, der erst bei der zweiten Abfuhr kapiert hat, dass ich wirklich nicht mit ihm tanzen will.

Den Montag habe ich halb im Bett verbracht und auch den Rest des Tages nicht viel gemacht außer endlich die Briefmarken für meine letzten Karten zu besorgen. Die kommen aber erst nächstes Jahr an...

 

Fazit von Weihnachten in Kanada: Es ist tatsächlich anders und richtige Weihnachtsstimmung ist dieses Jahr nicht aufgekommen, was aber hauptsächlich daran gelegen haben wird, dass meine Familie nicht da war, dass wir nicht beim Opa waren, ich keinen Nachmittag mit meinen Freunden verbracht habe und ich auch noch krank war. Aber es ist allemal eine Erfahrung und die können einen nur bereichern.

 

Heute habe ich wieder viel gelesen und dann auf die Kinder aufgepasst. Wir haben das Spielzimmer aufgeräumt, dann habe ich Mittag gemacht, mit Ethan getobt, draußen in der Sonne Fußball und Badminton gespielt und im Matsch gewühlt, dann mit beiden weiter aufgeräumt und schließlich Popcorn gemacht und den Film "Die Schneekugel" gesehen. Dann kamen Judy und Stewart vom Schneeschuhwandern nach Hause und es gab Abendessen und gleich lege ich mich ins Bett, auch wenn es noch früh ist, und lese noch ein wenig.

Hoffentlich ist die Mittelohrenentzündung bald weg, denn die nervt doch ein bisschen, vor allem, weil ich gelegentlich zusätzlich einen Tinnitus und keine Lust habe, noch mal zum Arzt zu gehen.

 

Die nächsten Tage arbeite ich und dann ist auch schon Silvester, wobei ich noch nicht weiß, was ich machen werde. Ich habe überlegt, nach Whistler zu fahren und Evan, den Freund eines Freundes von Basti, zu besuchen, habe von dem aber noch keine Meldung erhalten. Es bleibt also abzuwarten.

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