Tagesbericht

Ich wollte euch nur kurz von meinem schönen Tag berichten. Arbeitstechnisch war es das Gleiche wie immer: 5:45 Uhr aufstehen, 7 Uhr aus dem Haus, Bus runter zu einer Tankstelle, dort von einer Arbeitskollegin eingesammelt werden. Auf dem Highway hatte ich dann etwas Angst um mein Leben, weil meine Arbeitskollegin auch bei strömendem Regen und schlechter Sicht gerne zu schnell fährt und heute war jemand vor uns, der mit 20 km/h über dem Limit für ihren Geschmack zu langsam war, und sie meinte, bei 100 Stundenkilometern bis auf eine Autolänge heranfahren zu müssen. Für die Sicht haben da auch die Scheibenwischer nichts mehr gebracht und sie ist etwas chaotisch gefahren und dementsprechend hatte ich etwas Schiss.

Aber ich habe es überlebt und um 7:50 Uhr war ich auf der Arbeit, habe mein Mittagessen (Tortillas vom Vorabend) in den Kühlschrank gestellt und bin die Treppe hoch ins Büro gegangen. Das Gebäude war vor dem Umbau eine Lagerhalle, wovon ein kleiner Teil zu Empfangsbereich, Büros, Konferenzraum und Küche ausgebaut wurde. Unser Büro ist also im 1. Stock und dort habe ich wieder mit dem tollen Papierkram begonnen. Heute gab es einen schönen Schnitt in der Haut auf halbem Weg zwischen Daumen und Zeigefinger, wo das Papier immer wieder durch gleitet, echt angenehm. Ich habe mich ordentlich mit Pflastern ausgestattet und einige davon auch z.B. an meine Fingerspitzen geklebt, um das Nagelbett zu schützen, was immer wieder angeritzt wird, wenn ich die Akten in die zu vollen Aktenschränke quetsche. Das ist wirklich harte Arbeit.

 

Der Tag war relativ entspannend, irgendwie ausgesprochen angenehm. Die letzten Wochen arbeite ich für MedPro, die Tochterfirma von Carestream, die Privatpersonen in BC mit Atemgeräten versorgt. Die Frauen dort sind alle kugelrund und Standardgesprächsthemen sind Essen, speziell Diäten, Kleidergrößen, ihre Mütter, die Haustiere, die neueste Fernsehsendung und diverse Spiele auf Facebook. Nicht gerade Superthemen, aber ich arbeite sowieso ganz gerne still vor mich hin. Zwischendurch wird man dann immer mal wieder von einem kleinen Erdbeben erschüttert, wenn eine der beleibten Damen vorbeischwebt. Sie schwingen die Hüften und der Boden schwingt mit :D

 

Ich hatte unglaublich gute Laune auf dem Weg nach Hause, sogar der Busfahrer hat mich gefragt, warum ich so gut drauf bin, aber ich hatte keine Antwort darauf parat.

Nach der Arbeit habe ich mit Ethan fangen gespielt und bin mit ihm im Kreis gelaufen, habe mit ihm gerauft und fand das super lustig. Dann hat Rachel für uns getanzt, bewiesen, dass sie weder Rhythmus noch Stil besitzt :D Und dann haben wir Reise nach Jerusalem gespielt… War ein witziger Abend. Danach habe ich mich zurückgezogen, um weiter im Internet zu recherchieren und Pläne zu schmieden.

 

Ich freue mich auf das Ausziehen hier, auf die kurze Zeit in Downtown, das Skifahren, das Reisen. Jetzt kommt alles ins Rollen und ich freue mich, endlich loszugehen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0