Kelowna, Jasper

Am Dienstag ging es also früh los nach Kelowna, einer kleinen Stadt am schönen Okanangan Lake irgendwo in den Rocky Mountains British Columbias. Auf dem Highway bin ich fünf Stunden durch die Berge gefahren und habe die Aussicht genossen.

In Kelowna angekommen, habe ich dank meines Navis den Weg zu Anne-Marie und Nathaniel gefunden, die mir für die drei Tage ihre Couch zur Verfügung gestellt haben. Nat hat am ersten Tag wundervolle vegetarische Burger gezaubert. Die beiden sind interessante Persönlichkeiten, sehr alternativ, sehr individuell, Nat versucht in Zukunft Geld mit seinen Fotos zu verdienen, die wunderbar sind, und Anne-Marie ist sehr entspannt und überaus freundlich.

Am Mittwoch habe ich zu Fuß den Weg nach Downtown eingeschlagen, mir Frühstück gekauft und mich damit ans Wasser gesetzt. Die Stadt an sich ist nicht besonders schön, mit 100.000 Einwohnern trotzdem etwas dörflich, aber der Okanagan See ist traumhaft schön und muss im Sommer perfekt sein zum Schwimmen, Segeln, Kanufahren, etc. Auf dem Spaziergang zurück, am Strand entlang, habe ich die schlossartigen Häuser bestaunt, die zu dieser Jahreszeit meist unbewohnt sind und erst bei wärmeren Temperaturen wieder bezogen werden. Jedes einzelne davon hatte einen großen Garten, Zugang zum Strand sowie einen eigenen Anlegesteg. Am Abend habe ich mir den Sonnenuntergang und später den Sternenhimmel angesehen, welcher mich schlichtweg umgehauen hat.

Den Donnerstag habe ich mit einem Ausflug zu den Myra Trestles, einem Teil des Kettle Valley Railway, begonnen, der in den ... er Jahren als Verbindung zur Westküste errichtet wurde. Dort habe ich einen langen Spaziergang über die ehemaligen Schienen, über Brücken und durch einen Tunnel gemacht und den Blick aufs Tal genossen. Am Abend habe ich einige kleine Planänderungen gemacht und entschieden, nicht nach Edmonton, dafür aber nach Jasper und den Icefields Parkway hinunter zu fahren, bevor es nach Calgary geht.

 

Am Freitagmorgen habe ich mich auf den Weg nach Jasper gemacht, ich bin pünklich um 8 Uhr abgefahren, das Wetter war gut und um 14:00 Uhr habe ich, gut gelaunt, am Straßenrand angehalten, um die Landschaft, zu genießen und ein Foto von dem tiefgrünen Fluss zu machen, der neben dem Highway verlief. Und dann war es passiert. Ich versuche, die Tür aufzumachen, und stelle fest, dass der Schlüssel in der Zündung steckt und der Ersatzschlüssel im Portemonnaie auf dem Beifahrersitz liegt. Ausgeschlossen aus dem eigenen Auto. Gleich das erste Auto habe ich herangewunken und ein junges Pärchen hat mit mir versucht, in das Auto einzubrechen. Sascha war natürlich (die Welt ist ja so klein) aus Deutschland und die beiden waren auf dem Weg von Jasper nach Kelowna. Wir haben vier weitere Autos gestoppt, aber niemand hatte einen Metallbügel oder ähnliches, und schließlich haben wir entschlossen, zum nächsten Ort in 30 km Entfernung zu fahren, wo man mit dem Handy wieder Empfang hatte. Dort haben wir den Abschleppdienst gerufen, der nach einer halben Stunde mit mir zum Auto gefahren und dieses innerhalb einer Minute aufgebrochen hatte. Dann gab es noch Starthilfe, weil ich natürlich auch das Licht angelassen hatte, und dank meiner BCAA (äquivalent zum deutschen ADAC) Mitgliedschaft hat mich der Einsatz nichts gekostet und ich saß nach 2 Stunden endlich wieder im Auto. Und all das für ein Foto... Wieder einmal habe ich gelernt, wie nett und hilfsbereit die Kanadier sind.

Kurz vor Jasper fuhr ein Zug auf den Schienen abseits der Straße und hat seinen Lichtkegel vor sich hergeschoben, der Bäume und Berge wie in einem Traum beleuchtet hat. In dem kleinen Örtchen Jasper sitze ich gerade in einer Pizzeria gesetzt und organisiere mir übers Internet eine Schlafgelegenheit. Morgen früh geht es dann den malerischen Icefields Parkway runter über Lake Louise und Banff nach Calgary.

 

Gute Nacht :)

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