»Mein Blog«

In meinem Blog erfahrt ihr in inzwischen unregelmäßigen Abständen aber trotzdem kontinuierlich von meinen aktuellen Erlebnissen in Kanada. Für das Verursachen von Fernweh wird keine Haftung übernommen :)

 

Die Karte auf der Startseite zeigt, wo ich mich aktuell befinde. 

So

03

Apr

2011

Montréal

Ich befinde mich gerade in Montréal, genieße meine Zeit und lasse es mir gut gehen. Deshalb "verschwende" ich meine Zeit auch nicht damit, euch davon zu erzählen, weil das so viel Zeit kostet. Ich schreibe Stichpunkte per Hand in mein Büchlein und werde euch am Ende meiner Reise ganz viel erzählen können. Erst einmal steht das Erleben für mich im Vordergrund.

Der Frühling kommt auch nach Kanada. In Deutschland werden offensichtlich schon die Grills angeworfen, auf der anderen Seite der Welt noch nicht so sehr, aber immerhin bekommt die Sonne immer mehr und mehr Wärme und wir gehen raus und genießen einfach das schöne Wetter. Der Schnee schmilzt, die Blümchen brechen aus dem Boden und Kirsche strahlt über das ganze Gesicht.

 

Also bis in ein paar Wochen! Ganz liebe Grüße!

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Di

29

Mär

2011

überfällig...

Ich weiß, mein Blog ist mal wieder überfällig. Leider habe ich es gerade einmal geschafft, den Titel zu ändern, der jetzt Kanada : "das große Dorf" lautet (welches die ursprünglich Übersetzung aus einer Indianersprache ist). Jetzt fallen mir aber die Augen zu und ich bin totmüde. Deshalb gebe ich nur eine sehr kurze Übersicht.

Mein letzter Bericht kam aus Winnipeg, wo wir drei wunderbare Tage bei Jacques und Nathalie verbracht haben. Anschließend waren wir in Thunder Bay am Lake Superior, dem zweitgrößten Binnengewässer der Erde. Die Stadt ist nichtssagend und eigentlich auch relativ hässlich, aber die Umgebung ist wunderbar. Von dort aus sind wir neun Stunden lang am Lake Superior entlang gefahren und haben ihn in der Zeit nicht einmal zu einem Viertel umrundet. In Sault Ste Marie sind wir bei Gerry und seiner Familie untergekommen und haben auch dort das Hafengebiet sowie die umliegene Landschaft genossen.

An unserem letzten Abend dort haben wir mit Björn gesprochen, den wir eigentlich in Toronto hatten treffen wollen. Spontan haben wir dann entschieden, da wir noch Zeit übrig hätten, ihn in New York City zu besuchen und abzholen. Also haben wir uns am nächsten Morgen auf die 1500 km weite Fahrt gemacht. Um 12 Uhr vormittags des nächsten Tages hatten wir endlich New York erreicht und einen verrübergehenden Parkplatz für das Auto gefunden. New York war klasse, nur um Mengen zu groß und zu laut für meinen Geschmack, um dort wohnen zu können. Nichts desto trotz war es nett, aber es war auch ein schönes Gefühl, wieder nach Kanada zu fahren.

Dort sind wir nun wieder, in Toronto bei Stephanie, einer weiteren Couchsurferin, und lassen es uns mit Cupcakes, Waffeln mit Banane, Erdbeeren, Ahornsirup und Sahne zum Frühstück und leckere Pasta zum Abendbrot gut gehen.

Morgen fahren wir zu den Niagara Fällen und erkunden weiter die Stadt oder oder oder... Zum Glück spielt das Wetter einigermaßen mit und wir frieren nur und werden immerhin nicht nass.

 

Ich hoffe, zu Hause ist alles in Ordnung. Ich freue mich schon wieder auf das traute Heim.


Viele liebe Grüße aus der Ferne und bis bald! ♥

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Di

15

Mär

2011

über den Icefields Parkway nach Calgary

Am Samstagmorgen habe ich mir den Sonnenaufgang angesehen und mich später mit Franzi getroffen, die ich über Couchsurfing kennen gelernt habe. Sie kommt aus Deutschland und hat eine Mitfahrgelegenheit gesucht. Inzwischen haben wir einige Kilometer zurückgelegt und uns ein wenig besser kennen gelernt und sie ist echt nett. Sie wollte eigentlich von Banff aus mit dem Bus nach Winnipeg fahren, aber kurz vor Banff habe ich sie überredet, wenigstens mit nach Calgary zu kommen, und dort haben kurzum entschlossen, noch ein wenig länger zusammen zu reisen. Also habe ich jetzt eine Reisegefährtin, die mit mir zusammen heute Nacht nach Winnipeg fährt und von dort aus nach Toronto und wohin auch immer die Nase uns führt.

 

Wir sind also zunächst abgereist gen Süden in den Jasper National Park hinein. Umgeben von monströsen Bergen, sind wir einige Stunden den Icefields Parkway hinuntergefahren. Insgesamt hatten wir mit dem Wetter Glück, haben bei den Arthabaska Falls Halt gemacht, sind im Canyon spazieren gegangen und haben unterwegs immer wieder über gefrorene, türkisfarbene Wasserfälle an steilen Felswänden und die Immensität der Berge gestaunt.

Abends sind wir in Calgary angekommen und bei der Mutter einer Bekannten untergekommen, die sich super herzlich um uns gekümmert hat.

 

In den nächsten Tag sind wir gestartet mit der erfolgreichen Suche nach Franzis Kamera, die bei einem Stopp ca. 70 km vor Calgary  aus dem Auto gefallen war, und haben uns auf den Weg in die Stadt gemacht, die war beide unspektakulär und langweilig fanden. Bei milden -5°C haben wir es uns drinnen gemütlich gemacht und einige Pläne geschmiedet.

Am Montag waren wir kurz Shoppen, bevor wir uns mit Nathi getroffen haben, die auch aus Lübeck kommt und in Calgary seit September als Au-pair in einer reichen Familie arbeitet. Das Haus war riesig groß, die Gasteltern nett und die Kinder niedlich. Wir sind zusammen essen gegangen, haben Nathi zu einem Basketballspiel begleitet und viel Spaß zusammen gehabt. Es tat gut, mal wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen und über gemeinsame Freunde zu sprechen. Um Mitternacht waren Franzi und ich wieder im Auto und haben uns auf den Weg nach Winnipeg gemacht.

 

Die Aussicht unterwegs war klasse. Man konnte in der bergarmen Prärie in alle vier Himmelsrichtungen bis zum Horizont blicken und aufgrund der geringen Besiedlung, was bedeutet, dass in einem Umkreis von etlichen hundert Kilometern niemand lebt, blickte man überall auf klarsten Sternenhimmel. Das fand ich beeindruckend schön. Die Nordlichter haben sich leider nicht blicken lassen. Dafür sind wir am Morgen in einen 1A Sonnenaufgang gefahren... 1400 km, 16 Stunden Autofahrt, je 2 Stunden Schlaf im Auto und eine Stunde Zeitverschiebung später haben wir am Dienstagabend Winnipeg erreicht und uns gerade bei Jacques und Nathalie, zwei supernetten Couchsurfern, gemütlich gemacht.

Ich werde jetzt mal sehen, was der Tag noch so bringt. Bis bald!

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Fr

11

Mär

2011

Kelowna, Jasper

Am Dienstag ging es also früh los nach Kelowna, einer kleinen Stadt am schönen Okanangan Lake irgendwo in den Rocky Mountains British Columbias. Auf dem Highway bin ich fünf Stunden durch die Berge gefahren und habe die Aussicht genossen.

In Kelowna angekommen, habe ich dank meines Navis den Weg zu Anne-Marie und Nathaniel gefunden, die mir für die drei Tage ihre Couch zur Verfügung gestellt haben. Nat hat am ersten Tag wundervolle vegetarische Burger gezaubert. Die beiden sind interessante Persönlichkeiten, sehr alternativ, sehr individuell, Nat versucht in Zukunft Geld mit seinen Fotos zu verdienen, die wunderbar sind, und Anne-Marie ist sehr entspannt und überaus freundlich.

Am Mittwoch habe ich zu Fuß den Weg nach Downtown eingeschlagen, mir Frühstück gekauft und mich damit ans Wasser gesetzt. Die Stadt an sich ist nicht besonders schön, mit 100.000 Einwohnern trotzdem etwas dörflich, aber der Okanagan See ist traumhaft schön und muss im Sommer perfekt sein zum Schwimmen, Segeln, Kanufahren, etc. Auf dem Spaziergang zurück, am Strand entlang, habe ich die schlossartigen Häuser bestaunt, die zu dieser Jahreszeit meist unbewohnt sind und erst bei wärmeren Temperaturen wieder bezogen werden. Jedes einzelne davon hatte einen großen Garten, Zugang zum Strand sowie einen eigenen Anlegesteg. Am Abend habe ich mir den Sonnenuntergang und später den Sternenhimmel angesehen, welcher mich schlichtweg umgehauen hat.

Den Donnerstag habe ich mit einem Ausflug zu den Myra Trestles, einem Teil des Kettle Valley Railway, begonnen, der in den ... er Jahren als Verbindung zur Westküste errichtet wurde. Dort habe ich einen langen Spaziergang über die ehemaligen Schienen, über Brücken und durch einen Tunnel gemacht und den Blick aufs Tal genossen. Am Abend habe ich einige kleine Planänderungen gemacht und entschieden, nicht nach Edmonton, dafür aber nach Jasper und den Icefields Parkway hinunter zu fahren, bevor es nach Calgary geht.

 

Am Freitagmorgen habe ich mich auf den Weg nach Jasper gemacht, ich bin pünklich um 8 Uhr abgefahren, das Wetter war gut und um 14:00 Uhr habe ich, gut gelaunt, am Straßenrand angehalten, um die Landschaft, zu genießen und ein Foto von dem tiefgrünen Fluss zu machen, der neben dem Highway verlief. Und dann war es passiert. Ich versuche, die Tür aufzumachen, und stelle fest, dass der Schlüssel in der Zündung steckt und der Ersatzschlüssel im Portemonnaie auf dem Beifahrersitz liegt. Ausgeschlossen aus dem eigenen Auto. Gleich das erste Auto habe ich herangewunken und ein junges Pärchen hat mit mir versucht, in das Auto einzubrechen. Sascha war natürlich (die Welt ist ja so klein) aus Deutschland und die beiden waren auf dem Weg von Jasper nach Kelowna. Wir haben vier weitere Autos gestoppt, aber niemand hatte einen Metallbügel oder ähnliches, und schließlich haben wir entschlossen, zum nächsten Ort in 30 km Entfernung zu fahren, wo man mit dem Handy wieder Empfang hatte. Dort haben wir den Abschleppdienst gerufen, der nach einer halben Stunde mit mir zum Auto gefahren und dieses innerhalb einer Minute aufgebrochen hatte. Dann gab es noch Starthilfe, weil ich natürlich auch das Licht angelassen hatte, und dank meiner BCAA (äquivalent zum deutschen ADAC) Mitgliedschaft hat mich der Einsatz nichts gekostet und ich saß nach 2 Stunden endlich wieder im Auto. Und all das für ein Foto... Wieder einmal habe ich gelernt, wie nett und hilfsbereit die Kanadier sind.

Kurz vor Jasper fuhr ein Zug auf den Schienen abseits der Straße und hat seinen Lichtkegel vor sich hergeschoben, der Bäume und Berge wie in einem Traum beleuchtet hat. In dem kleinen Örtchen Jasper sitze ich gerade in einer Pizzeria gesetzt und organisiere mir übers Internet eine Schlafgelegenheit. Morgen früh geht es dann den malerischen Icefields Parkway runter über Lake Louise und Banff nach Calgary.

 

Gute Nacht :)

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Mo

07

Mär

2011

Morgen geht es los...

Heute habe ich mir von einem Freund noch mal versichern lassen, dass mein Auto in Ordnung ist und der kleine Knacks in der Frontscheibe nicht schlimm ist.

Danach habe ich meine letzten Sachen gepackt, Rucksack und restliche Ausruestung ins Auto getragen und mich auf die Socken gemacht, um mich noch mit einer kleinen erste Hilfe Tasche sowie Kerzen fuer den Notfall auszustatten.

Das Beste des heutigen Tages war mein neues TomTom Navigationsgeraet. Das ist jetzt mein neuer Begleiter und spricht mit mir auf Deutsch mit starkem englischen Akzent, denn deutsche Stimmen kann ich nicht installieren.

 

Spaeter habe ich mich mit Judy und den Kids zum Abendbrot getroffen und mich gefreut, sie wiederzusehen, dann bin ich zu meinen mexikanischen Ex-Mitbewohnern gefahren und schlafe jetzt die Nacht hier. Morgen frueh geht es los in Richtung Kelowna und von dort ein oder zwei Tage spaeter nach Calgary. Mal sehen, wo es danach hingeht. Das Abenteuer beginnt.

 

Bis bald!

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Mo

07

Mär

2011

Sonne adé, -20°C, ich komme!

Der Bericht ist sehr lang geworden. Wem das zu viel ist, einfach Fotos anschauen.

Die 10 Tage in Kalifornien und Nevada sind viel zu schnell vorübergezogen. Am letzten Mittwoch, den 23. Februar, sind wir etwas verspätet losgefahren, weil der Auspuff meines Autos wieder aufgehängt werden musste und ich die neuen Winterreifen habe raufziehen lassen, dann haben wir länger gebraucht aufgrund des heftigen Schneesturms und die Nacht in Seattle verbracht. Auf dem Weg nach San Francisco haben wir an einigen Stränden angehalten, darunter Cannon und Rockaway Beach, die trotz der Kälte zu ein wenig Entspannen eingeladen haben.

Die Begegnung an der Grenze war zunächst nervig, im Nachhinein aber lustig. Wir wurden nach der Passkontrolle in ein Bürogebäude geschickt, wo uns ein Beamter am Schalter lauter Fragen gestellt hat. Darunter gehörte, welche Drogen wir denn nach LA mitgenommen haben. Er erwähnte auch, dass wir uns nicht er schießen lassen sollen und fragte gleich darauf, welche Art von Feuerwaffen wir im Gepäck hätten. Mir lag eine sarkastische Erwiderung auf der Zunge, aber die habe ich mir glücklicherweise verkniffen. Der Beamte hat versucht, sehr streng zu wirken, was ihm gelungen ist, bis ich den Fingerabdruckscan gemacht habe. Da Sven den vor mir schon gemacht hat, wusste, ich was zu tun war, trotzdem hat der Beamte die üblichen Anweisungen herunter gespult und weil ich dabei wahrscheinlich etwas lachen musste, hat sein Mundwinkel auch etwas gezuckt.

 

Am Donnerstag, den 24. Februar, sind wir morgens um 7 Uhr aufgewacht, haben trockene Cornflakes zum Frühstück gegessen und sind direkt weitergefahren auf dem Highway 101 an der Pazifikküste entlang, wo wir unterwegs die schönen Strände mit tollen Wellen entdeckt haben. Nur das Schneechaos war uns ein Dorn im Auge. Um 23 Uhr haben wir in einem Motel eingecheckt und sind am nächsten Morgen um 8 Uhr nach einem Frühstück wieder losgefahren.

Unterwegs war das Tanken ein kleines Abenteuer, weil die Amis in Gallonen messen und wir nicht den blassesten Schimmer hatten, wie viel das überhaupt ist.

Um 14:19 Uhr sind wir über die kalifornische Grenze gefahren und wurden kurz darauf in einer Straßenkontrolle gefragt: "Do you have any fruits" - "No." - "Okay, bye!". Darüber haben wir uns etwas amüsiert und uns den Rest der Fahrt irgendwie vertrieben, bis wir um 21:30 Uhr nach Schwierigkeiten, uns in San Francisco zurechtzufinden, im Hostel angekommen sind.

Dort haben wir unser Zimmer bezogen und sind gleich losgezogen in die Stadt, haben ein Eis gegessen und sind um 2 Uhr morgens ins Bett gegangen.

Am Morgen des 25. Februars sind wir früh zum Stadion am Hafen aufgebrochen und anschließend am Wasser entlang gelaufen. Die Suche nach einem Fischbrötchen, auf das wir beide Appetit hatten, war erfolglos wie auch der Versuch, sich mit Martin Bruno (einem Verwandten irgendwo aus Thomas' Familie) zu treffen, der ebenfalls in San Francisco war.

Am Hafen lag die Lady Washington, ein riesiges altes Segelschiff im Fluch der Karibik Stil, das ich mir angesehen habe. Dort habe ich mich mit einem Mädchen in den 20ern unterhalten, die mit 12 anderen Leuten auf dem Schiff lebt. Sie hat erzählt, wie sie in die Crew gekommen ist, einen Segelkurs gemacht hat und jetzt von Zentralamerika nach Norden segelt. Jeder auf dem Schiff arbeitet. Es muss geputzt, geölt, lackiert werden, die Segel und alles andere brauchen Pflege etc. Je nachdem wird alle paar Tage oder auch schon nach wenigen Stunden der nächste Hafen angelaufen, wo das Boot für eineinhalb Wochen liegen bleibt, besichtigt wird, und dann geht es weiter. Als ich gegangen bin, hat das Mädel ihre Gitarre rausgeholt und angefangen zu spielen... So lässt es sich leben.

Anschließend haben wir uns die Lombard Street angesehen, die im Sommer sicherlich herrlich aussieht, wenn die Blumen blühen, sind bergauf und -ab gewandert bis zur Golden Gate Bridge, haben den schönen Strand bewundert, Photos gemacht und uns auf den zweieinhalbstündigen Rückweg gemacht, mit schmerzenden Füßen und der untergehenden Sonne im Rücken.

Unser Abendessen haben wir in der Hostelküche kochen können, danach habe ich bei einem Bierchen (welches es ab 20:30 Uhr im Hosteleigenen Partykeller kostenfrei gibt) versucht, die weitere Reise zu strukturieren (ganz ich!).

 

San Francisco ist eine schöne Stadt. Die Häuser im Zentrum sind sehr großstadttypisch, die darum herum liegenden Wohnhäuser sind mediterran angehaucht und haben mich teilweise stark an die Toskana erinnert.

 

Freitagmorgen habe ich in meinen Emails die erfreuliche Nachricht gelesen, dass wir in der Nähe von Santa Monica von einem Couchsurfer aufgenommen werden würden und wir haben uns wie immer ohne Karte auf den Weg weiter gen Süden gemacht. Die meiste Zeit bin ich gefahren, besonders abends, weil Sven aufgrund seiner schlechten Augen bei Dunkelheit nur verschwommene Lichter sieht. Nach ca. 5000 Kilometern Autofahrt mit unterschiedlichsten schlechten Wetterverhältnissen kann ich nun endlich von mir behaupten, für die große Reise durch Kanada gerüstet zu sein.

 

Abends bei Austin, dem Couchsurfer, haben wir mit ihm und seinem Freund Will ein Barbecue gemacht, uns unterhalten und sind später todmüde ins Bett gefallen. Austin ist sehr nett und hat unser Vorurteil gegenüber den Amerikanern ins Wackeln gebracht. Fazit der Reise in der Hinsicht ist, dass die Amis gar nicht so unfreundlich sind, wie man sagt, und dass es stimmt, dass sie einfach die Tür offen lassen, wenn sie nicht zu Hause sind.

Am 28. Februar habe ich morgens zum Frühstück Orangen aus dem Vorgarten gepflückt (ja!) und Sven und ich sind zu Fuß, ich in Rock und Flipflops bei ca. 20°C, dann mit dem Bus nach Santa Monica gefahren. Der Strand dort ist toll, es gibt auch Volleyballnetze, die mich wieder daran erinnert haben, dass ich hier zu wenig Sport mache, viele Menschen machen dort Yoga, fahren Fahrrad, machen Übungen an Reck und Ringen etc. Am Strand haben wir uns entspannt und sind später mit dem Bus nach Venice Beach gefahren. Die Promenade dort ist sehr hippie, es werden Sonnenbrillen en masse verkauft und Werbung für die Legalisierung von Marihuana zur medizinischen Anwendung gemacht. Abseits von der Uferstraße gibt es ein Kanalnetz, an dem schöne Häuser stehen, und es hatte stark venezianisches Flair.

 

Abends sind wir, etwas röter im Gesicht, zu Austin zurückgekehrt und am nächsten Morgen (1. März) um 10 Uhr losgefahren, um uns das zwei Autominuten entfernte Beverly Hills, den Rodeo Drive mit monströsen Häusern und Hollywood anzusehen. Wir sind den Walk of Fame entlanggegangen, haben das Chinese Theatre mit den Fuß- und Handabdrücken der Stars gesehen, Madame Tussauds Wax Museum besucht, waren im Hard Rock Café und ich habe eine kleine Shoppingtour unternommen ohne etwas zu kaufen. Hollywood war interessant, aber da ich kein großer Fan von irgendwelchen Stars und Sternchen bin, für mich nichts Superaufregendes, aber trotzdem interessant zu sehen. Besonders interessant und nervig fand ich die Leute auf der Straße, die in Kostümen stecken und Fotos mit den Touristen machen wollen und nachher unschuldig um ein kleines Trinkgeld bitten, oder die Möchtegern-zukünftigen-Musikstars, die einem ihre Demo CDs in die Hand drücken und sie einem wieder entreißen, wenn man nicht bereit ist eine Spende von 5 Dollar zu machen.

Weiter ging es am Morgen des 2. März nach Las Vegas, wo wir am späten Nachmittag unser Zimmer im Hostel bezogen haben. Das erste Gebäude, welches ich erblickt habe, als wir aus dem Hostel rausgegangen sind, war eine Hochzeitskapelle, die mit Komplettpaketen warb. Davon gab es mehrere den Las Vegas Boulevard herunter, bevor die Reihe von Casinos und Hotels begann. Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nie so viele Mustang, Lamborghini, Maserati, Porsche und so weiter auf einem Haufen gesehen-

Abends haben wir uns auf den Weg gemacht, um das Nachtleben zu erkunden, unterwegs nette Leute aus Kanada kennen gelernt und sind im Casino des Treasure Island geendet, wo wir uns im Glücksspiel versucht haben. Das fand ich persönlich mathematisch sowie psychologisch interessant, aber ich war dann doch froh, als ich draußen war, das Portemonnaie nur um 10$ leichter.

 

Am nächsten Morgen ging es früh wieder los, denn der Rückweg lag vor uns. Zum Grand Canyon haben wir es leider am Ende nicht mehr geschafft, aber ich befürchte, dass ich eines Tages mit etwas mehr Zeit im Gepäck wiederkommen muss, um auch andere Dinge, die wir nicht gesehen haben, zu erkunden.

 

Auf dem Rückweg ist uns der Sprit ausgegangen, denn wir als arme Europäer hatten keine Ahnung, dass es zwischen Las Vegas und dem 800 km entfernten Twin Falls nur eine Tankstelle gibt. Dort haben wir nicht getankt, weil wir noch über eine halbe Tankfüllung hatten und dachten, es muss ja unterwegs regelmäßig Tankstellen geben, und sind dann irgendwo im Mitten von Nirgendwo liegengeblieben. Zum Glück haben wir damit gerechnet und sind mit dem letzten Tropfen in die Auffahrt einer Farm eingebogen, wobei in der Kurve schon der Motor ausgegangen ist. Der nette Farmer kannte die Situation schon zur Genüge und hat uns ausgeholfen, sodass wir bis zur nächsten Stadt kommen konnten. Seit dem Tanken bei der Full Service Tankstelle dort funktioniert meine Tankanzeige nicht mehr richtig, aber ich weiß ja jetzt, wie viele Kilometer ich mit meinem Baby schaffe, bevor ich liegen bleibe.

 

Nach zwei Tagen Autofahrt Wieder in Vancouver vermisse ich das tolle Wetter mit 20°C Ende Februar und frischen Orangen zum Frühstück. Ab morgen muss ich mich wieder am 20°C unter null gewöhnen, denn dann geht es los. Ich habe noch keinen Plan, mit fehlt noch etwas Ausrüstung und die genaue Reiseroute, aber die Ausrüstung besorge ich noch und über die Reiseroute mache ich mir keine Sorgen. Grobe Eckpunkte wie Calgary und danach Toronto habe ich und was dazwischen kommt, wird die Zeit zeigen. Vielleicht habe ich auch nach ein paar Tagen genug vom Schnee und fahre zurück in die Staaten :-) Das ist der große Vorteil daran, allein im eigenen Auto zu reisen.

 

Ich mich jetzt auf den Weg, besuche vielleicht noch Judy und fahre heute Abend zu meinen mexikanischen Ex-Roomies, von wo aus ich morgen früh starten werde.

Bald mehr von der kleinen Abenteurerin.

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Sa

26

Feb

2011

San Francisco

Viele liebe Grüße schicke ich euch aus dem heute mal sonnigen San Francisco! Morgen fahren wir weiter nach Santa Monica bzw. Malibu und danach Los Angeles, Las Vegas, Grand Canyon und dann geht es schon wieder zurück nach Vancouver. Bisher war es gut. Abgesehen vom Wetter, was zunächst einen Schneesturm bei Seattle bescherte. Aber dank der neuen Winterreifen haben wir das mit Bravour gemeistert und konnten uns am Ende zu den Glücklichen zählen, die nicht im Graben gelandet sind. Der Schnee hat sich bis nach Californien durchgezogen, aber in San Francisco hatten wir heute den ganzen Tag Sonne und ich hoffe, dass das noch ein wenig anhält für unsere weitere Reise.

Alles Gute! Bis bald!

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Di

22

Feb

2011

Es gibt doch nichts über ein bisschen Spontaneität

... und deshalb haben ein Freund und ich gestern beim Bietrinken die verrückte Idee ins Rollen gebracht, morgen früh nach California zu fahren. So sind meine Koffer nun gepackt und ich mache mich fertig für den letzten Abend mit meinen mexikanischen Roomies.

Sven, den ich vor einer Woche zum ersten und gestern zum zweiten Mal gesehen habe, kommt aus Offenbach und arbeitet seit einigen Monaten in Vancouver. Er hat 10 Tage frei bekommen und erkundet mit dir die Westküste der USA.

Und vielleicht trifft man auf dem Weg, in Seattle genauer, noch ein bekanntes Gesicht, den lieben Herrn Martin Bruno, den ich seit der Taufe der kleinen Fiona nicht mehr gesehen habe.

Also, für mich geht es ab in den Süden, ein bisschen Wärme tanken, bevor ich in die Kälte Kanadas zurückkehre. Bis die Tage!

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Fr

18

Feb

2011

4 Tage im Winterwonderland Whistler

Nach vier Tagen in Whistler bin ich gestern (heil!) wieder in Vancouver angekommen. Die Autofahrt hat mich anstatt einer Stunde und 45 Minuten insgesamt dreieinhalb Stunden gekostet. Unterwegs durfte ich mich mit allerlei schrecklichen Wetterverhältnissen abkämpfen. Ich hatte Schnee, Regen, Schneeregen, Hagel, Wind, Glätte, ... und es war dunkel und die Sicht war teilweise auf 30 Meter beschränkt, weshalb ich teilweise auch nur 30 km/h schnell fahren konnte. Aber ich habe es geschafft und als ich mein Auto geparkt habe, habe ich erst einmal ein Nickerchen machen müssen vor Erschöpfung.

 

Mit Evan hatte ich ordentlich Spaß. Die meiste Zeit habe ich in der Stadt verbracht, bin durch die Straßen geschlendert, habe Spaziergänge in Parks gemacht oder einfach in einem Café gesessen und abends habe ich mich mit Evan getroffen, mit ihm ein Bierchen getrunken, seine Freunde sowie seine Cousins kennen gelernt.

Am Donnerstag haben uns morgens bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg gemacht und für sechs Stunden den Blackcomb Mountain unsicher gemacht. Am besten war die Fahrt den Gletscher hinab durch Meter tiefen Pulverschnee (wenn man die Skier abgeschnallt hatte, stand man bis zur Hüfte im Schnee versunken), wobei wir auf halber Strecke Halt gemacht haben, uns ein Sofa aus Schnee gebaut und eine Flasche kanadisches Bier getrunken haben, während wir zugesehen haben, wie Schnee immer wieder von der Spitze des Bergs herunter gefegt wird. Zum Whistler Mountain, der mit der "Peak-to-Peak" Gondola zu erreichen ist, haben wir es nicht mehr geschafft, aber ich kann mich nicht beklagen.


Evan ist ein cooler Typ und sehr nett, wenn auch etwas verplant und mit einem leichten Problem, Alkohol in Maßen zu trinken. Die Stadt an sich ist super schön und ich habe das beste Eis in meinem Leben gegessen. Cow's Ice Cream ist in ganz British Columbia berühmt. Die Fotos müssen noch etwas warten, weil ich ganz schwer mit der Reiseplanung beschäftigt bin. Deshalb ist der Whistler-Bericht auch relativ kurz ausgefallen.

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Mi

16

Feb

2011

Whistler geht in die Verlängerung

Whistler bisher war ganz cool, oder ziemlich "dirty", wie mein Freund Evan sagen würde, den ich am Montag seit Anfang November zum ersten Mal wieder gesehen habe. Das Dorf ist überschaubar und wird seit Dienstagmorgen immer verschneiter. Heute Nacht hat es über 30 cm Neuschnee gegeben, 85 cm in den letzten 48 Stunden. Dementsprechend sieht hier jetzt alles aus wie im Winterwonderland.

Meine neuen Meindl Wanderschuhe laufen sich ganz prima und halten die Füße trocken und warm. Ich wünschte, ich hätte mit meinen Reifen so viel Griff wie mit den Schuhen :)

Die Fahrt mit meinem Wagen war okay, wenn auch etwas rutschig, wegen des Schnees, aber die neuen Reifen gibt es dann morgen auf dem Rückweg. Ich werde wohl auch eine Inspektion durchführen lassen sowie einen Großeinkauf für Autoausrüstung machen müssen. Ich brauche Eiskratzer, Schneeketten, ein paar Dinge für den Notfall wie Erste Hilfe Kasten, Warndreieck, Teelichter...

Und an ein paar Dinge muss man sich auch noch gewöhnen, z.B. die fehlende Zentralverriegelung, die manuellen Fenster, die gesamte Bedienung der Scheibenwischer etc. und ich muss wohl mal eine Anleitung für die Anzeigelampen suchen.

 

Die Berge sehen wirklich toll aus. Weil ich bisher noch nicht zum Skifahren gekommen bin bzw. keine Lust hatte, alleine zu fahren, weil Evan den Dienstag, den er eigentlich von dem Hotel, in dem er arbeitet (neben vielen Australiern und einigen Deutschen), spontan doch nicht frei bekommen hat. Deshalb bleibe ich noch einen Tag länger und fahre morgen früh mit ihm auf den Berg. Es ist der Schnee des Jahres, en masse, und das kann man sich ja nicht entgehen lassen.

 

So, mehr gibt es später. Ich fahre jetzt wieder in die Stadt und treffe mich mit Evan, der um 16 Uhr Schluss hat.

Bericht zu meinen Tagen hier gibt es dann, wenn ich wieder in Vancouver bin. Bis bald!

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Mo

14

Feb

2011

Mein allererstes eigenes Auto

Heute habe ich mir nach anfänglichen Schwierigkeiten, in den Tag zu starten, nach einigem Überlegen ein Auto gekauft. Das kleine Baby, dessen stolze Besitzerin ich seit heute Abend, 18 Uhr, bin, ist ein grüner Chevrolet Cavalier aus dem Jahre 1996. Nicht gerade mein Traumauto, aber es fährt, ist spritsparend und bringt mich hoffentlich die paar Tausend Kilometer über das Land.

Ich bin immer noch ganz aufgeregt, weil es mein allererstes Auto ist und das für mich eine ziemlich große Verantwortung darstellt. Wir haben das Auto umgemeldet und die Versicherung abgeschlossen. Bei dem ganzen Prozedere und der Vermittlung hat mir ein Freund, Leo, geholfen. Ansonsten wäre ich auch aufgeschmissen gewesen. Heute hatte ich schon Probleme, einen Parkplatz zu finden, für den man nicht $1 pro Stunde oder $10 pro Tag zahlen muss.

 

Da ich mich morgen früh auf den Weg nach Whistler mache, gehe ich jetzt flink schlafen. Ich bin gespannt, wie mein Auto die Fahrt übersteht.

Mehr dazu bald. Am Mittwochabend bin ich zurück.

 

Frohen Valentinstag euch allen ♥

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Do

10

Feb

2011

.

Der Tag hat heute gut gestartet um 8 Uhr morgens mit ein paar Skypetelefonaten in die Heimat, dann habe ich mir ein luxuriöses Frühstück aus Crêpes, Rührei und Cappuccino (ja, ich fange an Kaffeeartiges zu trinken) gemacht, ein paar Sachen besorgt und später mit meiner Mitbewohnerin Cynthia bei mal wieder tollem Wetter eine Fahrrad- und Inlinertour an der Seawall gemacht.

Abends habe ich bei Judy und der Familie angerufen, ein wenig mit Judy gequatscht, dann wollte Ethan mit mir sprechen und hat gleich gefragt, wann ich zurück komme, und meinte, dass er mich lieb hat, und wollte wissen, ob ich denn in Whistler auch Schnee sehen würde, Rachel war auch total aus dem Häuschen und hat erzählt und erzählt... Echt süß alle.

 

Für den morgigen Tag hab ich einiges Programm und gehe jetzt auch schlafen, nachdem ich schon auf dem Sofa eingeschlafen bin. Hoffentlich verfestigen sich meine Reisepläne in den nächsten Tagen, dann kann es bald losgehen.

 

 

Oh, da hab ich glatt vergessen, von dem Hockeyspiel zu berichten. Ich bin gestern zehn Minuten zu Fuß zur Arena gegangen, habe mich dort mit einem Freund getroffen und wir haben uns auf unsere Plätze ziemlich weit oben gesetzt. Man konnte gut sehen, es war spannend und ich mochte die Schnelligkeit des Spiels. Die Vancouver Canucks (das zurzeit beste Team in der Liga) haben meiner Einschätzung nach zu Beginn nur mittelmäßig gespielt, leider viele Fehler gemacht und waren am Ende mit zwei Punkten im Rückstand, bis sie 30 Sekunden vor Schluss (als die Hälfte der Zuschauer schon enttäuscht die Arena verlassen hatte) noch ein Tor erzielt haben und fast  noch ein weiteres in der allerletzten Sekunde aber eben nur fast. Es war jedoch spannend und sehr stimmungsvoll mit über 18000 Zuschauern in der Arena. Danach haben wir Japanisch gegessen und wieder zu Hause habe ich mir mit meinen Roomies noch einen Film angesehen. Ein gelungener Abend, würde ich sagen.

 

So, jetzt geht die  Reise wirklich erst einmal ins Traumland...

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Mi

09

Feb

2011

Die Ausrüstung vervollständigt sich, der Abschied kommt näher...

Meine Zeit hier geht so langsam zu Ende, das merke ich und finde es sehr schade... Aber ich unternehme jeden Tag etwas und vergeude die Zeit wenigstens nicht.

 

Am Montagabend habe ich mich mit Rob auf ein Bier getroffen, einem Couchsurfer, den ich am Anfang meines Aufenthalts hier getroffen habe, und wir haben uns ein wenig über Neuigkeiten ausgetauscht. Er ist auch öfter mal in Deutschland, weil er dort viele Leute kennt, die er bei sich schon beherbergt hat, und ich habe ihm Lübeck ans Herz gelegt.

Dienstagmorgen bin ich um 9 Uhr aufgestanden, habe gefrühstückt und mich auf den Weg zum Broadway gemacht, auf dem sich die Outdoorläden häufen. Wie schon am Freitag bin ich durch einige Geschäfte gegangen und habe diverse Wanderschuhe anprobiert, wobei es viele wieder nicht in meiner Größe gab. Am Ende war ich total frustriert und habe ich mich für zwei Paar Schuhe entschieden, die ich in den nächsten Tagen im Appartment probetragen werde. Beides deutsche Marken, Lowa und Meindl, die ich natürlich in Deutschland günstiger hätte kaufen können, aber das konnte ich ja nicht wissen.

 

Wir haben seit ein paar Tagen so viel Sonnenschein abbekommen, dass ich mich schon frage, ob die Vancouveraner schon an einer Vitamin-D-Überdosis leiden, denn so viel Sonne ist man zu dieser Jahreszeit gar nicht gewöhnt. Ich genieße es aber sehr. Woran ich persönlich mich noch gewöhnen muss, ist es, gerade in diesem Augenblick bei geöffnetem Fenster neben Straßengeräuschen und einer gelegentlichen Sireneauch Möven kreischen zu hören. Man vergisst in der Stadt sehr schnell, wie dicht der Ozean ist. Fast wie an der heimischen Ostsee.

 

Ich mache mich jetzt auf zum Supermarkt und entspanne ein wenig in der Sonne, dann hole ich mein Ticket ab für das Hockeyspiel heute Abend! Darauf freue ich mich schon.

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Sa

05

Feb

2011

immer was los...

Die letzten paar Tage sind wahnsinnig schnell vorbeigeflogen...

Am Mittwoch war ich mit meiner Zimmermitbewohnerin Cynthia einkaufen, das heißst wir sind mit dem Skytrain ca. 20 Minuten zu einem Supermarkt gefahren, haben uns aber in der Bahn verquatscht und sind erst drei Stationen später ausgestiegen. So haben wir den halben Tag im Supermarkt verbracht und abends lecker gekocht, bevor sie mich zu einer Feier mitgenommen hat, auf der ich jede Menge weiterer Mexicaner kennen gelernt habe. Später haben wir einen Club besucht und viel Spaß gehabt.

Am Donnerstag habe ich mich morgens in unseren hauseigenen Fitnessraum geschleppt, dort ein paar Kalorien verbrannt und mich später mit einem Freund getroffen, der Geburtstag hatte. Beim Frühstück in einem Schokoladen-Café habe ich mir die Kalorien dann gleich wiedergeholt. Ansonsten habe ich nicht viel gemacht, nur abends mit den "Roomies" einen Film gesehen.

Den Tag darauf habe ich ordentlich ausgeschlafen und habe in der Sonne am frühen Nachmittag eine Fahrradtour zu ein paar Outdoor-Läden gemacht, um nach Wanderschuhen zu schauen. Leider habe ich den schlechtesten Zeitpunkt erwischt, da die Herbst/Winter-Kollektion sich dem Ende neigt, die Frühjahrslieferungen aber noch nicht eingetroffen sind. Dementsprechend gibt es nur eine kleine Auswahl und die Größen sind oft nicht vorhanden. Abends sind wir dann mit ein paar Leuten zu einer Bar gegangen, um den Abschied der alten Mitbewohnerin zu feiern.

Gestern habe ich den halben Tag nichts gemacht, war zu faul um auf Schuh-Suche zu gehen und auch das diesige Wetter draußen hat mich nicht gerade dazu motiviert, etwas zu unternehmen. Ich habe ein wenig im Whirlpool entspannt und dann haben wir Frances, unsere zukünftige Ex-Mitbewohnerin, ihr Freund und ich uns fertig gemacht, um in einen Club zu gehen. Die Schlange war uns aber zu lang und es war schon spät Mitternacht und die Clubs haben hier nur bis 2 Uhr morgens auf , also haben wir uns entschieden, nur ein Stück Pizza zu essen, und hier in der Wohnung noch ein bisschen gequatscht.

Wie man sieht, ist hier eigentlich immer was los. Anders als in Coquitlam gibt es sehr, sehr, sehr viel zu unternehmen. Schade, dass die Zeit so kurz ist. Aber: Einfach das Beste daraus machen :)

 

Deshalb stehe ich jetzt auch auf und mache mich, nach dem Frühstück, trotz des Regens auf den Weg zu ein paar Läden, um nach Wanderschuhen zu schauen. Hoffentlich finde ich etwas, denn die Zeit rennt und in zwei Wochen ist mein angepeilter Abreisetermin. Vielleicht verschiebt der sich um ein paar Tage, aber das werde ich sehen, wenn es soweit ist.

 

 

PS: Judy hat mir geschrieben, dass die Kinder an dem Morgen, nachdem ich weg war, in mein Zimmer gegangen sind, um festzustellen, dass ich nicht dort bin. Außerdem ist das Zimmer, das vorher immer nur das Büro war, "Kirstins Zimmer" geworden und jetzt ganz leer und unbewohnt.

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Mi

02

Feb

2011

Mexican Salsa

01:07 Uhr am Mittwochmorgen in Downtown Vancouver. Ich bin jetzt im Bett, nachdem ich mit meinen neuen mexikanischen Mitbewohnern Cintya, Israel und Julio in eine Tanzbar gegangen bin. Dort habe ich nach vielen Jahren mal wieder gezeigt bekommen, wie man Salsa tanzt. Oder vielleicht auch überhaupt zum ersten Mal? Ich erinnere mich an die Tanzkurse nicht mehr so gut... Ich mochte die Bar und finde es super nett von meinen neuen "Roomies", dass sie mich gleich mitgenommen haben. Die sind alle sehr nett und gesprächig, auch wenn immer mal wieder kurze Diskussionen auf Spanisch dazwischen sind, die ich abgesehen von wenigen Worten nicht verstehe.

 

Der Umzug an sich war anstrengend. Ich habe ein paar Sachen bei der Familie Dill zurücklassen müssen und trotzdem noch Koffer, Rucksack, große Tasche, Laptoptasche und eine Tüte mit Essen mitgenommen. Ich bin ja mal gespannt, wie ich alles nach Deutschland bekomme. Ein Glück, dass mir mein Freund Mark (aus dem Schwimmbad) geholfen, mein Fahrrad und den Rest in sein Auto geladen und mich rumgefahren hat. Ich wollte eigentlich schon gegen 17 Uhr los, aber dann war das Packen doch aufwändiger als gedacht und ich bin auch noch zum Abendessen geblieben, weil es mir komisch vorkam, einfach so abzuhauen. Alle haben mich zur Tür gebracht, Stew hat mir mit dem Gepäck geholfen, dann gab es einige Umarmungen und ich habe von Judy noch ein paar leckere Erdnussbutterkekse mit auf den Weg bekommen. Rachel, Judy und Ethan sind mit nach draußen gekommen (Stewart war noch in Sportsachen und war zu kalt) und als das Auto dann voll war, ging das Umarmen wieder los. Rachel hat mir 100 Mal versichert, dass sie mir jeden Tag eine Email schreibt und mindestens ein Mal die Woche anruft, Ethan hat mich ganz fest gedrückt und sich an meinem Bein festgeklammert und Judy hat ein wenig geschluchzt. Naja und ich auch, aber nur ganz kurz. Dafür war die Aufregung, endlich umzuziehen dann doch zu groß.

 

Und hier bin ich nun, an meinem ersten Abend in Downtown schon ausgegangen, der Koffer ist wieder halb leer und morgen mache ich mich auf die Suche nach Supermarkt, Bank, etc. Ich denke, das wird eine tolle Zeit hier. Nur ein bisschen kurz, naja.

Jetzt gehe ich schlafen. Ich habe mir vorgenommen, nicht später als 10 Uhr aufzustehen sofern ich dann nicht weniger als 7 Stunden Schlaf habe.

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